Sechs Monate nach dem Tsunami im Indischen Ozean gibt es Anzeichen dafür, daß endlich Bewegung in das System kommt.
Verschiedene Institutionen, Internet-Experten und Techniker haben Ideen und Vorschläge, wie ein internationales Frühwarnsystem für Naturkatastrophen aufgebaut sein kann. Die technischen Voraussetzungen für die Frühwarnung über Internet, Mobiltelefon per SMS, eMail und Fax sind vorhanden. Es fehlt an der Koordination der verschiedenen Systeme. Schnittstellen sind nicht kompatibel und Sprachprobleme gibt es auch.
In Japan funktioniert die Tsunami-Frühwarnung seit langem mit Rundfunk-, Fernseh- und Lautsprecherdurchsagen. Diese Lösung ist sicher auch von armen Ländern einsetz- und vor allem finanzierbar. In diesen armen Ländern gibt es Dörfer, in denen nur ein Telefon vorhanden ist - wenn überhaupt.
Jetzt müssen noch die Politiker mobilisiert werden, damit das Ganze irgendwann auch richtig funktioniert. Der nächste Tsunami kommt bestimmt!
Quelle: c't 14/2005 vom 27.06.2005 Seite 90
Literatur:
- The Internet Rises to the Challenge of Public Warning. Aufruf der Internet Society, www.isoc.org/challenge
- Structure of an International Emergency Alert System, RFC-Entwurf, www.ietf.org/internet-drafts/draft-baker-alert-system-00.txt
- Common Alerting Protocol, v. 1.0, www.oasis-open.org/committees/download.php/6334/oasis-200402-cap-core-1.0.pdf
- Die Unterzeichner des ISOC-Aufrufs, www.isoc.org/challenge/endorsements.php
- Technisches Komitee von OASIS zum Emergency Management, www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=emergency
- UN/ISDR Platform for the Promotion of Early Warning, www.unisdr.org/ppew
- World Summit on the Information Society (WSIS), www.itu.int/wsis/
- Cellular Emergency Alert Service Association, www.cease-international.org
- United States Geological Survey, www.usgs.gov